Der Ruf der Assassinen – Das Erwachen des Bewusstseins

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1. Der Schleier der Welt
Irgendwann hat mich das Gefühl übermannt: „Irgendetwas stimmt hier nicht …“ Ich erinnere mich heute: Es war nicht von „jetzt auf gleich“, sondern schleichend, allmählich, ein sehr langsames Erwachen. Zuerst ein vages Gefühl, nicht mehr wirklich frei zu sein … Leise und allmählich und dann die Gewissheit: Die Welt ist nicht so, wie sie zu sein scheint. Sie schien gut strukturiert, geordnet, irgendwie funktionierte alles effizient – und doch wurde es für mich immer offensichtlicher. Etwas stimmt hier ganz und gar nicht. Ich fühlte mich wie hinter einem Nebel. Dieser Nebel ließ zwar zu, dass ich einige Umrisse der Welt, wie sie wirklich war, sehen konnte. Aber ich musste mich immer anstrengen, um auch auf den Rest eine klare Sicht zu bekommen. Die Menschen um mich herum waren nicht mehr wie immer, sie scherzten kaum noch. Sie funktionierten irgendwie. Aber die Leichtigkeit, Lebendigkeit und Lebensfreude von früher war kaum noch zu spüren. Und dann wird mir klar, nicht nur bei den Menschen um mich herum, sondern auch in mir. Alles fühlte sich irgendwie immer bleierner und schwerer an. Gleichzeitig damit kam ein sehr schlimmes Gefühl in mir auf, das Gefühl von Leere und – noch schlimmer – Sinnlosigkeit.
In mir keimte die Frage auf: Was motiviert mich, mein Alltagsleben hinzubekommen, morgens aufzustehen, die persönlichen Dinge, die Arbeit, das Zahlen der Rechnungen …? Was motiviert mich, was motiviert die anderen eigentlich?
Es fühlt sich nicht mehr an wie Leben, sondern nur noch wie Überleben.
In mir öffnete sich allmählich etwas, wie ein dunkler Raum, in den Licht vordringt. Und dann eine Art Stimme in mir, die erst kaum hörbar, doch dann immer unmissverständlicher sagte:
„Wach auf. Die Welt ist anders, als Du sie bisher gesehen hast …“
Das seltsame Gefühl, was ich gegenüber der Welt hatte, begann sich merkwürdig zu konkretisieren. Sie fühlte sich erst an wie ein großer Kindergarten, mit vielen Regeln, Normen, Erwartungen, Erklärungen – und dann immer dieses Gefühl von Fürsorge und Sicherheit, vielleicht falscher Fürsorge. Und dann viel klarer: das Gefühl von als Fürsorge getarnter Übergriffigkeit, Kontrolle und Sicherheit als Vorwand … Und mit einem Mal war mir klar: Ich bin nicht in einem Kindergarten oder in einer Art Schule, nicht irgendwo in einer Arbeitswelt wie in einer großen Fabrik oder in einem riesigen Büro. Nein! Tatsächlich bin ich in einem Gefängnis! Nicht nur ich selbst, sondern alle um mich herum sind in einem riesigen Gefängnis. Es ist in allererster Linie ein geistiges Gefängnis. Eine unsichtbare Architektur, errichtet aus Angst, Gewohnheit und stiller Unterwerfung. Wir nennen es „Pflicht“, „gesellschaftliche Verantwortung“ oder „Sicherheit“ …
Eines Tages sitze ich an meinem Laptop und mache eine Ausarbeitung für meine Website. Und dann, die glasklare Gewissheit: Ich werde beobachtet! Nicht von einem Menschen oder von einer Gruppe von Menschen, nein, etwas viel Größeres! Ein gigantisches Bewusstsein!
2. Die Ordnung der Templer – Der goldene Käfig
Ich sah immer klarer und verstand: Unsere Welt ist kein Zufall. Sie ist als eine Ordnung wie eine Architektur präzise erstellt, berechnet und kontrolliert. Ein riesiges Spinnennetz aus Überzeugungen, Pflichtgefühl, Erwartungen und Gesetzen, Bildern und Worten mit dem einzigen Sinn und Zweck: die Menschen in Bewegung halten und sie an der Erkenntnis hindern, dass sie geführt und kontrolliert werden.
Die Architekten der Gesellschaft arbeiten nicht mehr wie früher mit Ketten, Schwertern, Peitschen etc. Ihre Arbeitsinstrumente heute sind Verträge, Klauseln, Daten und die Deutungshoheit. Sie regieren und steuern die Gesellschaft nicht mit plumper Gewalt, sondern mit dem Einverständnis, dem Einverständnis der Unwissenden.
Nach und nach erkannte ich ihre Symbole: das allsehende Auge im Dreieck, das Netz der Kontrolle, die Versprechen von Fortschritt und Sicherheit. Alles zu einem einzigen Zweck: die Menschen steuern und kontrollieren, während sie glauben, frei zu sein.
Das, was sie „Demokratie“, „Fürsorge“, „Sicherheit“ und „Schutz“ nennen, ist in Wahrheit ein Käfig, ein Käfig, der irgendwie „golden“ aussieht, erschaffen aus dem blinden Vertrauen der einfachen Menschen.
In dieser geölten Maschinerie ist der Mensch selbst nur noch ein „Rädchen“. Er funktioniert, er ist steuerbar, kontrollierbar und, wenn es sein muss, natürlich auch komplett ersetzbar.
Der Mensch ist in dieser Welt ein Sklave, der gar nicht weiß, dass er ein Sklave ist, und deshalb nicht auf die Idee kommt, sich zu befreien. Er liebt seine Sklavenhalter sogar. Er ist mit dem System identifiziert und verteidigt es deshalb mit allem, was er hat. Er begrüßt neue Gesetze, neue Strukturen, neue Führer, die ihn noch mehr versklaven unter dem Vorwand „Frieden“, „Wohlstand“ und „Sicherheit“. Der moderne Sklave ahnt nicht, dass er damit nur neue Ketten für sich selbst schmiedet.
Es ist leicht zu erkennen: Das, was uns als „Demokratie“ verkauft wird, ist eine intelligente Herrschaftsform. Die Herrschaft der Architekten dieses Systems. Für einfache Gemüter nicht durchschaubar. Meine Wut, wie ich sie am Anfang meines Weges der Erkenntnis fühlte, wurde zu Klarheit. Denn wenn man die Fäden der Herrschaft erkannt hat, hat man den ersten Schritt in die Freiheit getan.
3. Das Erwachen – der Riss im System
Dann tat sich an der Oberfläche dieser Welt gut sichtbar ein Riss für mich auf. Er zeigte sich langsam und leise im Innern der Realität. In diesem Moment begriff ich, dass alles, was ich sah, nur ein Schatten war. Ich erinnerte mich an einen Satz in einem Manuskript:
„Nichts ist wahr. Alles ist erlaubt.“
Ich wusste in diesem Moment in meinem Innersten: Es ist keine Einladung zur Zügellosigkeit, keine Aufforderung zur Zerstörung, sondern zur Erkenntnis.
„Nichts ist wahr“ – weil alles, was uns als „Wahrheit“ verkauft wird, ein Werkzeug der Herrschaft, der Tyrannei ist. „Alles ist erlaubt“ – weil das Erwachen den Menschen von diesen Barrieren befreit.
Ich sah Muster in den Medien, in der Sprache, in den Gesichtern. Es war ein uraltes Spiel, das seit Jahrhunderten gespielt wird. Und ich sah die Zeichen der alten Bruderschaften. Nicht als Konspiration, sondern als der Geist derer, die sich ihre geistige Freiheit erkämpft haben und sich nie völlig der Kontrolle der Herrschenden unterwarfen.
Die Assassinen sind natürlich keine Mörder, sondern Hüter des inneren Lichts.
Der Dolch der Assassinen war kein Werkzeug des Blutes, sondern vielmehr ein Symbol. Die Schneide stand für Erkenntnis, die Wahrheit von Illusion trennte.
In dieser Nacht schwor ich vor mir selbst. Auch wenn die Wahrheit eine hässliche Fratze ist. Ich werde nicht mehr schlafen. Ich werde zu denen gehören, die sehen.
Und in dem Moment, in dem ich das aussprach, fühlte ich, dass ich nicht allein war.
Da draußen, irgendwo in der Tiefe des Systems, erwachten andere. Leise. Unaufhaltsam.
4. Die Schule der Stille – Prüfung des Inneren
Ich hatte ursprünglich angenommen, mein eigenes Erwachen könnte ich beschleunigen, durch Meditation, durch Kontemplation oder durch Aneignung von Wissen. Doch nach und nach wurde mir klar, dass das Erwachen ein Prozess ist. Ein Weg der Selbsterkenntnis, ein unerbittlicher Weg nach innen. Früher glaubte ich, ein Ziel ist das Ziel. Später wurde mir klar, der Weg ist das Ziel, weil man schließlich Erfahrungen macht, die man, ohne auf dem Weg zu einem Ziel zu sein, nicht hätte machen können. Irgendwann wurde mir klar: Der Weg an sich ist nicht das Ziel, sondern zu welchem Menschen man wird auf dem Weg zu einem Ziel. Es geht um Persönlichkeitsentwicklung. Zunächst zog ich mich zurück, begab mich in Ruhe. Keine Nachrichten, keine Stimmen, keine Ablenkung. Und in dieser Stille begann ich, die lauteste Stimme überhaupt zu hören: meine eigene. Es war kein angenehmes Hören. Selbsterkenntnis ist ganz sicher die schwerste Form der Erkenntnis. Wer nach innen blickt, sieht nicht nur Licht, sondern auch Dunkelheit. Ich sah meine Feigheit, meine Abhängigkeiten, meine Selbstlügen. Ich erkannte, wie oft ich mich selbst verraten hatte, nur um „dazu“ zu „gehören“, um „sicher“ zu sein, um „gemocht“ zu werden.
Ich verstand, dass ein wahrer Assassine kein Krieger mit einem Schwert oder einer anderen Waffe ist, sondern ein Krieger des Bewusstseins Seine Feinde sind nicht Menschen, sondern Unwissenheit, Bequemlichkeit und Illusionen. Seine Prüfungen sind keine Schwertkämpfe, sondern Einsichten und Erkenntnisse.
Immer mehr vermochte ich zu unterscheiden: zwischen Reaktion und Erkenntnis. Zwischen Wut und Klarheit. Zwischen dem, was mir eingeredet wurde, und dem, was in mir selbst Wahrheit war.
Als Goethe-Fan blättere ich immer wieder mal abends in seinen gesammelten Werken: Da sprang mir der Satz von ihm aus den „Zahmen Xenien“ (VIII) ins Gesicht:
„Wer mit dem Leben spielt, kommt nie zurecht; wer sich nicht selbst befiehlt, bleibt immer Knecht.“
In meinem Geist hörte ich eine Konkretisierung dieses Satzes:
„Beherrsche Dich selbst, und niemand wird Dich je beherrschen.“
Und mit einem Mal war mir klar: Die Universität der Assassinen kann man nicht in Gebäuden, Städten oder Tempeln finden. Wir können sie nur in uns selbst finden. Um sie in uns zu finden, müssen wir ehrlich mit uns selbst sein. Wir dürfen uns nicht mehr selbst belügen. Und hier schließt sich ein Kreis:
Selbsterkenntnis ist die schwerste Form der Erkenntnis. Nicht weil es schwierig ist, sich selbst zu erkennen, sondern weil es schmerzhaft ist, die eigenen Unzulänglichkeiten schonungslos offenzulegen. Wer diese Universität der Assassinen betritt, muss sich diesem Schmerz stellen. Nur hierüber kann man die eigene Befreiung erlangen. Und das ist der erste Sieg jedes Assassinen: nicht über andere – über sich selbst.
5. Das Vermächtnis der alten Orden
Ich war begeistert von dem Thema der Erkenntnis und Selbsterkenntnis. Ich studierte Geschichte und fand viele Hinweise. Meistens versteckt zwischen den Zeilen, in Architektur, Symbolen, Bildern. Immer wieder ging es um dieselbe Idee: „Bewusstsein gegen Tyrannei“.
Die Nizariten wurden „Assassinen“ genannt, sie waren aber keine blinden Mörder. Sie kämpften gegen Tyrannei, gegen Herrschaft, die auf Angst gründete, gegen Götzendienste der Macht. Ihre Waffen waren Kreativität, Flexibilität, List, Erkenntnis, Disziplin.
„Assassine“ – vom Arabischen „Asas“, die Grundlage, der Ursprung. Die Assassinen verteidigten das Fundament des freien Geistes.
Aber auch die Templer begannen einst als Suchende, sie kämpften für Wissen und gegen Tyrannei. Sie waren Ritter, die das Heilige schützen wollten. Doch sie haben sich von der Macht korrumpieren beziehungsweise verderben lassen.
Sie begannen als Hüter und endeten als Herren, aus ihrem anfänglichen freien Geist wurde ein starres Gesetz. Was einst lebendige Spiritualität bei ihnen war, wurde todbringende Politik. Was einst Dienst am Menschen bedeutete, wurde Herrschaft über die „Masse“.
Alle Orden, die über die Jahrhunderte aufblühten und vergingen, führten denselben Kampf. Freiheit gegen Tyrannei. Die Rosenkreuzer, die Illuminaten, die Freimaurer – alle trugen Bestandteile desselben Wissens in sich:
Wo Licht ist, ist auch Schatten, beide gehören untrennbar zusammen – und Wahrheit entsteht erst, wenn der Mensch den Mut hat, die Finsternis in sich selbst zu erkennen.
Doch jedes Mal, wenn ein Orden der Wahrheit zu nahe kam, schlug das System zu.
Die Kirche, der Staat, später die Medien – sie alle hatten Angst vor dem Bewusstsein des Einzelnen. Denn ein wacher Mensch, der geistig frei ist, ist unregierbar.
Die wahre Bruderschaft der Assassinen wurde nie ausgelöscht. Sie existiert dort, wo Menschen beginnen, Fragen zu stellen, wo sie sich weigern, nur Rädchen in einer geölten Maschinerie, nur Schachfiguren, nur Zuschauer zu sein.
Kein Papier, kein Siegel, kein Eid, kein Geheimzeichen kann einem zur Freiheit verhelfen, nur ein inneres Feuer, eine Leidenschaft, die ganz klar sagt:
„Freiheit beginnt mit einem freien Geist.“
Ich begann, die Welt mit anderen Augen, auf eine neue Weise zu sehen. Regierungen, Institutionen, Ideologien – sie alle sind Werkzeuge eines ausgestorbenen Berufsstandes, des Berufsstandes der Tyrannen und Kontrolleure. Aber selbst in ihnen verborgen, geduldig und unzerstörbar, glomm schon immer das Licht jener weiter, die niemals aufgaben.
6. Das Zeitalter der Schatten – Die Welt im 21. Jahrhundert
Ich hatte geglaubt, die Dunkelheit liege in der Vergangenheit – in den Kerkern der Inquisition, in den Kriegen, in den Lügen der alten Imperien. Doch ich irrte. Die Dunkelheit hat nur ihre Gestalt verändert. Sie trägt heute Anzüge und spricht in Mikrofone. Sie regiert nicht mehr mit Schwert und Feuer, sondern mit Algorithmen und Angst.
Wir sind in einem Zeitalter, in dem alles ans Licht kommt. Keine Lüge wird Bestand haben. Darauf können wir vertrauen. Momentan ist jedoch das Licht der Wahrheit noch gedimmt und durch künstliches Leuchten ersetzt. Wir sehen die Hochzeit eines Krieges, der vorrangig mit den Mitteln der psychologischen Kriegführung ausgefochten wird. Wir scrollen, anstatt zu sehen. Wir klicken, anstatt zu handeln. Wir „liken“ und nennen es „Meinung“. Überwachung wird mit „Sicherheit“ gleichgesetzt. Zensur wird als „Schutz“ dargestellt. Manipulation wird als „Fürsorge“ verkauft.
Die Templer von heute sind keine Ritter mehr, sondern allgegenwärtige, unsichtbare, dezentrale ideologische und technische Systeme. Sie machen sich zunutze, dass Denken und Sprache zusammengehören. Sie kontrollieren die Sprache, die Informationen, die Narrative und damit das Denken. Ihre heiligen Symbole sind nicht mehr Kreuze und Bannzeichen, sondern Logos, Marken, Signale auf Bildschirmen.
Doch an der Oberfläche kommt immer deutlicher ein Riss zum Vorschein, kaum wahrnehmbar, aber wachsend. Menschen fühlen allmählich mehr und mehr, dass das, was man ihnen als „Fortschritt“ verkauft, sie krank und leer macht. Daß das, was sie „Freiheit“ nennen, nur ein Gefängnis ist.
Und es regt sich die Erinnerung an das Orakel von Delphi: Dort stand der Satz:
„Erkenne Dich selbst, dann erkennst Du Gott.“
Die Assassinen haben daraus den Ruf gemacht:
„Erkenne dich selbst, und du wirst die Welt erkennen.“
Inzwischen sind wir viele Menschen, wir entziehen uns der Propaganda, der Panik, der Bequemlichkeit. Wir gründen Gemeinschaften, wir suchen Wahrheit, wir denken wieder selbst. Wir wissen: Der Feind ist kein Mensch und hat auch kein Gesicht. Der Feind ist ein falscher, aber tief sitzender Glaube. Der Glaube, dass der Mensch „geführt“ werden muss, weil er nicht fähig sei, sich selbst zu führen. Doch das ist die alte Lüge der Templer. Denn der Mensch, der sich selbst erkennt, braucht keinen Herrn.
7. Der Schwur – Du bist der Assassine
In einer der letzten Nächte sah ich mich auf einem Dach hoch oben über der Stadt. Ich sah die Lichter und hörte die Sirenen, das Summen der Fahrzeuge, das ferne Dröhnen von Verkehrsflugzeugen. Ich hörte wieder die Stimme in mir, dieselbe Stimme, die mich einst geweckt hatte.
„Du hast gesehen. Nun wähle.
Mir war klar: Es gibt kein Papier, keinen Stempel, kein Siegel, keinen Orden, dem man beitritt. Es gibt nur eine Entscheidung zu treffen. Man muss sie für sich selbst treffen. Die Entscheidung: „Schlaf oder Erwachen“, „Angst“ oder „Bewusstsein“.
Mit geschlossenen Augen sprach ich wie automatisch die Worte, die aus der Tiefe meines Herzens kamen:
„Ich schwöre, die Wahrheit zu suchen, auch wenn sie schmerzt und unbequem ist.“
„Ich schwöre, die Freiheit zu verteidigen, auch wenn dies mit Gefahr verbunden ist.“
„Ich schwöre, mein Bewusstsein zu schärfen, denn nur so bleibe ich unbesiegbar.“
Mir war niemals vorher so klar, wie in diesem Moment, was es bedeutet, ein Assassine zu sein. Nicht jemand, der tötet – sondern jemand, der erkennt. Jemand, der das Spiel durchschaut und sich weigert, darin mitzuspielen. Jemand, der in einer Welt der Lüge still und aufrecht bleibt.
Als ich die Augen öffnete, lag die Stadt da wie ein endloses Meer aus Licht und Schatten. Doch diesmal sah ich klar:
Jeder einzelne Mensch in diesem Labyrinth aus Licht und Schatten trug denselben Funken in sich. Dieses Potential, zu erwachen. In diesem Moment wusste ich: „Der Orden lebt!“
Nicht in Tempeln, nicht in Klöstern, nicht in Katakomben im Untergrund, sondern im Bewusstsein, im Geiste derer, die Wissen und Erkennen wollen. Egal, was es kostet.
Dies ist nicht das Ende eines Kapitels, sondern sein wirklicher Anfang.
Denn immer dann, wenn irgendwo in der Welt ein Mensch „Nein“ sagt zur Manipulation, überall, wo ein Mensch sich weigert, offensichtliche Lügen zu glauben, wo ein Mensch die Wahrheit über Bequemlichkeit stellt, dort erhebt sich ein neuer Assassine. Nicht mit Schwert oder Gewehr, sondern mit Geist. Nicht mit Hass, sondern mit Klarheit. Nicht mit Macht, sondern mit Wahrheit. Und das Flüstern der Wahrheit ist ohrenbetäubend:
„Die Welt verändert sich nicht durch Gewalt, sondern durch das Erwachen derer, die wissen und erkennen wollen.“
Nachwort – Der Kreis schließt sich
Wenn Du meine Erinnerungen gelesen hast und Du eine Resonanz hierzu in Dir spürst, und Du ein Gefühl des Gleichklanges spürst – ein Gefühl, gerührt zu sein, ein Gefühl, das Du vielleicht nicht benennen kannst, ein leiser Ruf in der Tiefe Deiner Seele – dann weißt Du: Diese Erinnerungen wurden auch für Dich niedergeschrieben, Du bist gemeint. Der Weg der Assassinen ist schließlich nicht irgendein Mythos, kein Spiel, keine Geschichte.
Er ist eine Erinnerung daran, dass jeder Mensch frei geboren ist – und dass Freiheit nicht gnädigerweise „gegeben“ oder „gewährt“ wird, sondern lediglich erkannt wird.
Du gehörst zu den Wenigen, die das Potential haben, diese Freiheit bei sich zu erkennen und zu leben.
Die Machthaber bauen immer neue Systeme. Aber jedes System, das auf Lüge gebaut ist, wird irgendwann unter der Last der Lügen einstürzen. Und jeder einzelne, der wieder sieht, beschleunigt diesen Prozeß.
Wir brauchen keine Schwerter. Unsere Waffe ist Bewusstsein Unser Schild ist Wahrheit. Unser Ziel ist Klarheit. Du kannst nicht hinausgehen und die Wahrheit finden. Die Wahrheit, das Licht, findet Dich, wenn Du bereit dazu bist. Und sie haben Dich gefunden. Antworte auf diesen Ruf, und Du wirst merken, dass Du nie allein warst.
Denn unsere Bruderschaft der Erwachten hat nie aufgehört zu existieren.
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